Wie alles begann

Schade, dass Napoleon das nicht mehr erleben kann.

Der Kaiser wäre sicher einer der berühmtesten Stammgäste im Schlösser Quartier Bohème gewesen. Und der Bezug zum Franzosen ist dabei durchaus gewollt. Drehen wir die Uhren um knapp 200 Jahre zurück. Französische Truppen besetzten Düsseldorf, zerstörten Bürgerhäuser und sprengten die Festungsanlagen. Erst 1811 ließ  sich Napoleon persönlich in der Stadt blicken. Er kam, sah und beschloss ein Verschönerungsprogramm. Der Bau der Königsallee und viele Parkanlagen gehen auf ihn zurück. Und: Der Franzosenkaiser kümmerte sich um die Gastronomie.

Schon damals tobte auf der Ratinger Straße das pralle Leben.

In den Brauhäusern amüsierten sich nicht nur seine Soldaten und die Düsseldorfer Bürger, sondern auch Künstler, Maler, Dichter und Literaten. Die Bohème war hier zu Hause. Napoleon staunte daher nicht schlecht, dass die Wirtschaften schon am frühen Morgen geöffnet hatten. "Rue du matin" (Straße des Morgens) rief er begeistert bei seinem Ritt durch die Gassen aus. Wat hat dä jesäht, fragten die Düsseldorfer. Retematäng? Napoleon verschwand, der Name aber blieb.

Und bald wird auf der Retematäng das erste Schlösser Alt gebraut.

Die Wirtsleute verdienten gut. Von diesem Kuchen wollte auch der Düsseldorfer Bäckersbursche Schlösser ein Stück abhaben. Aus dem Bäcker wurde ein Brauer. Rund 60 Jahre nach Napoleons Besuch begann der Siegeszug einer frisch-würzigen Bierspezialität. 1873 wurde auf der Retematäng das erste Schlösser Alt gebraut.
 
Zurück in die Gegenwart. Mit dem Schlösser Quartier Bohème kehrt Schlösser Alt zu seinen Wurzeln zurück. Und knüpft ganz bewusst an vergangene Zeiten an. Denn noch heute verkehrt die Bohème auf ihrer "Ratinger". Führte vor 200 Jahren Napoleons "Code civil" Bohème und Bürgertum zusammen, vereint auch das Schlösser Quartier Bohème heute Brauchtum und Jugend. Frei nach dem Motto:

Nach allen Regeln der (Lebens-) Kunst.